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December 27 2011

schlingel
Einzelerfahrungen in allen Ehren aber warum fragt man nicht bei den Leuten nach die es wissen müssen?

In Wien gibt es bei der MA11 so genannte Kriseneltern, diese kümmern sich um Kinder die aus Familien genommen werden müssen weil die Eltern drogensüchtig sind, psychische Probleme haben oder aus einem anderen Grund dem Kind der Aufenthalt nicht zuzumuten ist.
Wenn dann Pflegeeltern gefunden wurden - welche es im Gegensatz zu Adoptiveltern nicht zu hauf gibt - wird erst ein Kontakt hergestellt und darauf geschaut, dass sich die Kinder mit den neuen Eltern verstehen und wie das passt.

In Wien - aber nicht in allen Bundesländern in Österreich - stört sich niemand daran, dass auch schwule Paare Pflegekinder aufnehmen.
Die Erfahrung in Wien spricht Bände: Es funktioniert sehr gut und es gibt keine Unterschiede zu heterosexuellen Paaren.

Dabei fällt mir auch ein anderes Thema ein das ich kurz anschneiden möchte: Es wird oft davon gesprochen, dass Eltern wegen ihrer sexuellen Ausrichtung kein Adoptivkind bekommen - das kann natürlich sein, muss es aber nicht. 
Die meisten Paare und Einzelpersonen in Österreich bekommen keine Adoptivkinder weil es viel zu viele Leute gibt die adoptieren wollen.

Wer unbedingt ein Kind möchte und keines adoptiert bekommt, sollte sich überlegen ob er die Jahre der Wartezeit nicht lieber damit verbringt seine Liebe einem Kind zu schenken welche sie sehr nötig hat und ein Pflegekind aufnimmt.
Tags: argument
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December 14 2011

schlingel

Spiele als Kunst

In letzter Zeit habe ich mich wieder etwas auf Gaming eingelassen. Wie immer hat mich vor allem der kreative Aspekt interessiert weswegen ich mir zu aller erst einige Podcasts von Game Developer angehört.

Dabei tauchte bei einem Interview mit einem Indipendant-Entwickler darum wie und vor allem ob Computerspiele Kunst seien können. Diese Frage stellte sich mir früher nie. Mein Gefühl sagte einfach: Ja, dem ist so.

Doch der Entwickler - der seine Werke schon als Kunst verstanden haben will - führte aus, dass die Frage schon Sinn mache. Denn was soll Kunst leisten? Es soll Menschen bewegen, sie soll Emotionen mobilisieren und zum Denken zwingen.

Warum sollte das ein Spiel nicht leisten können? Interaktivität bzw. die Freiheit des Spielers liefert Ausweichmöglichkeiten. Ein Spiel und dessen Qualität definiert sich vor allem dadurch wie der Spieler in der Welt handeln kann.

Durch die dadurch eröffnete Handlungsfreiheit steht es dem Spieler in vielen Fällen frei genau die Punkte im Spiel auszulassen die das Werk von Unterhaltungs-Software zu Kunst heben sollen. Diese Schlupflöcher sollte Kunst nicht haben.

Das Argument halte ich allerdings für schwach. Immerhin könnte sich ja auch jemand am Farbenspiel eines Blutschütbildes ergötzen ohne dessen tiefere Botschaft von der Endlichkeit zu verstehen. Die Definition von “Kunst” wird im Alltag aber mehr auf einem Schafott der intersubjektiven Übereinkunft für jedes Werk erneut gefunden. Wenn nicht eine bestimmte Elite zustimmt, dass das jeweils vorliegende Objekt schwammig definierte Kriterien erfüllt, wird es in der Kunstwelt nicht wahrgenommen.

Die freiere Definition dass Kunst das Ergebnis eines kreativen Prozesses ist das nicht an einen bestimmten Zweck gebunden wird macht es dem Computerspiel auch nicht einfacher. Denn was soll den ein Stück Unterhaltungssoftware? In erster Linie unterhalten.

Das tut dem aber keinen Abbruch: Denn wenn es nur um Unterhaltung ginge, dann gäbe es nur Spiele wie Modern Warfare oder Angry Birds. Doch die Welt der Computerspiele ist viel weiter. Es gibt Spiele die machen mich als Spieler traurig, wütend oder fröhlich. Es gibt Spiele die mich inspirieren, motivieren und mich nicht nur kurz aus meiner Umgebung reißen um mich im plumpen Polygon-Feuer eines FPS für ein paar Stunden zu unterhalten.

Diese Spiele können meines Erachtens sehr wohl als Kunst bezeichnet werden.

Tags: argument
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November 25 2011

schlingel
Das ist ein inhaltliches Zitat, ja. Die Forderung: das Pensionssystem abschaffen, denn jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

Ich weiß auch nicht warum du mir mit einem höhnischen Abschlusssatz glaubst sagen zu können wie dämlich die Aussage ist. Ist sie nicht.

Einzusehen dass man bevorteilt ist, ist nun einmal Schritt 1 wenn man Probleme anpackt. Ich gehöre zwar zu keiner politischen Kaste wo ich realpolitische Vorteile daraus schlagen könnte, aber meine Bezahlung ist im Vergleich zu Arbeitern einfach viel. Keine Ahnung warum du meinst dich darüber lustig machen zu müssen.

Lachst du so auch über heterosexuelle Schwulenrechtler?

Meine Idee für die Lösung wäre - wie in einigen Posts schon beschrieben - ein neues Leistungssystem einzubringen. In Österreich von mir aus über die soziale Marktwirtschaft.

Das Oberflächenproblem - abseits von den Kernübeln Zinsen, permanenter Wachstum und rücksichtslose Gewinnmaximierung -  ist doch die Argumentation dass sich Leistung bzw. Verantwortung auszahlen muss.

Dass ist der Kern der Argumentation warum Führungskräfte das Geld bekommen was sie bekommen. Immerhin haben sie die Verantwortung über alle Arbeitnehmer. Beim Unternehmer natürlich noch mehr, denn diese trägt auch das Risiko, etc.

Mag so stimmen, aber andere Berufe - vor allem Dienstleistungen - werden aus diesem Wertschöpfungskreislauf raus genommen weil sie nicht zum Wachstum beitragen sondern nur zur Erhaltung.

Dazu gehören medizinische Berufe, dazu gehören Pflegeberufe und ich denke das Bild ist jetzt klarer. Arbeit im Sinne von geleisteter Arbeit eines Arbeiters wird IMHO nicht nachvollziehbar niedrig angesetzt. (Wer baut denn den Wachstum im Land auf?)

Die Verteilung des Geldes muss also in diese Kanäle geleitet werden. Abseits von einem Plansystem kann man dies durch entsprechende Kollektivverträge und Absicherungsverträgen erzwingen. (Das in Österreich gerade eine Prekarisierung von vor allem Pflege- und Arztpersonal stattfindet sei hier auch erwähnt. Also, falls du ab 1.1.2012 ein Spital in Wien brauchst, überleg dir lieber zwei Mal ob du in's AKH fährst.)

Und hier entsteht dann mein Zorn: Anstatt diese Punkte anzugehen wird davon gesprochen, dass jeder für sich selbst Verantwortung tragen muss und vor allem dies in diesem System auch kann.

Das ist blöder Bullshit.
Tags: argument
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November 22 2011

schlingel

die Piraten ...

Die Piraten waren in Österreich zu Gast und haben kräftig mitdiskutieren dürfen als es um die Frage ging, wie den ein Pensionssystem der Zukunft aussehen solle.

Und natürlich konnten es die Piraten nicht lassen und disqualifizierten sich und ihre Parteiziele mit dümmlichen wirtschaftsliberalen Forderungen - persönliche Verantwortung war dabei das Schlagwort.

Ein jeder soll arbeiten bis er umfällt, immerhin muss jeder auf sich selbst schauen - also warum sollte der Staat da eine Ausnahme sein?

Zudem dann noch die Aussage wer zu alt wird für seinen Beruf und nicht mehr die Kraft bzw. die Ausdauer hat sich seiner Arbeit zu widmen - wie z.B. ein Arbeiter am Bau oder aus der Schwerindustrie - soll sich einfach umschulen lassen.

Als ob die zerstörten Bandscheiben eines Maurers sich einfach austauschen lassen können. Egal ob er dann bei MacDonalds Burger brät oder als Schreibtischkraft zu arbeiten beginnt, dieser physische Schaden verschwindet nicht einfach.

Solche beschränkte Idiotie kann nur von jemanden kommen der aus einer Partei von Informatikern kommt. Seien wir uns doch ehrlich: Informatiker sind brutal überbezahlt, wenn man es wagt die IT-Tätigkeit mit der von z.B. Ärzten oder Pflegern zu vergleichen.

Mein Bruder zum Beispiel ist gelernter Gärtner. 3 Jahre Ausbildung und ein Gesellenbrief später verdient er für 40h Arbeit in der Woche etwas weniger als ich - Programmierer - für 20h Arbeit in der Woche. (ohne Universitätsabschluss!)

Klar, als Informatiker ist die Aussicht bis in's hohe Alter zu arbeiten keine schreckliche. Ich kann der Tätigkeit sogar im Liegen problemlos nachgehen. Die einzigen körperlichen Beschwerden die auf mich lauern werden durch eine falsche Sitzhaltung, ungesundes Essen und zu wenig Bewegung verursacht.

Als Informatiker gibt es keine immanente Bedrohung durch einhergehende Gesundheitsbeschwerden wie z.B. bei einem Fliesenleger die Knie, bei einer Krankenschwester der Rücken und so weiter.

Ich muss sagen ich bin zu tiefst enttäuscht von diesen FDP-Aussagen aus den Reihen der Piraten. Wie um Himmels Willen kam es soweit, dass solche unreflektierten Dummheiten in deren Parteiprogramm Eingang fanden?

Tags: argument

November 15 2011

schlingel
Jaja, immer das gleiche. Über Umwege muss Gentechnik unser Essen verbessern.

Das die Realität ein Schnippchen schlägt sollte jedem bewusst sein. Niemand interessiert es wie Essen nahrhafter gemacht werden kann. Es versteht auch kaum jemand.

Man beachte die Literatur dazu wie man sich ernähren sollte. Es gibt viele Theorien dazu was gesund ist. Von Low-Carb, Low-Fat, Vegan, Vegetarisch und natürlich Kombinationen daraus.

Gleichzeitig - obwohl noch nicht einmal richtig verstanden wird was der Körper braucht oder nicht - sollen Technologien gefördert werden die Nutzpflanzen erzeugen sollen die bereits bestehende Arten verdrängen. 

Kommt nur mir das idiotisch vor? 

Die Abgrenzung und die Verteufelung kommt daher, dass das eine vollkommen verstanden werden muss bevor es offiziell Anwendung findet und das andere nach 4,5 monatigen "Langzeitstudien" bereits am Feld wächst.
Tags: argument
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November 01 2011

schlingel
Wenn er rausgeekelt wurde stehen ihm die Instrumente des Arbeitsgerichts zur Verfügung. Mobbing dürfte nicht nur in Österreich sondern auch in Deutschland strafbar sein.

Wenn dem so ist: klagen! Andernfalls empfinde ich das als nicht weiter schlimm. 

Gebe es genauso viel Aufregung wenn jemand der für eine ÖVP-Werbefirma arbeitet einvernehmlich gekündigt wird/kündigt weil er satirische Texte über das Treiben der Wirtschaftskammer veröffentlicht?

Das ist doch nur lächerliches Aufbauschen eines selbstverschuldeten Einkommensverlust. Es gilt wie immer in einem Rechtsstaat: Unwissenheit schützt vor Schaden nicht.
Tags: argument

August 07 2011

schlingel
and if you found a truly worth moral standard, you have no justification not to bring it to it's full conclusion.

True but as a moral standard there's no falsifiable statement which could lead a personal standard to the point where it's objective true and therefore worth. (beneficial is IMO no objective way of measuring. The churches is south america which fight against dictatorship and terror are beneficial for the people, the GM fabrics were beneficial for the people, etc)

That's the point with moral. There's only this strong feeling that something is wrong and something not. With this feeling you construct your arguments but anybody without this feeling will ignore them. 

I'm a strong believer in the Christian ethic without the dogmatics of a specific church. I see your point but I don't think you're right when you talk about self denial and irrational discriminations. 
The whole point about Christianity is self-abandonment to protect the weakest in the society. 

Schopenhauer wrote something interesting about the core of the great religions in his last part "Die Welt als Wille und Vorstellungskraft" where he concludes that the self-abandonment is a common thing in religions and leads to the highest level of being - become objective. 
As this never forget that religions are a rich set of philosophy, power sources and inspiration for doing good things in the terms of humanism. 

I know, if you look at the catholic church and some obscene rich dioceses this seems absurd. But if you don't believe me, read the new testament. (My opinion is that every person should read the religious books as part of general education.)

TL;DR
If you hate religion don't discriminate believers as long as this are nice and good people. There might be much more behind the belief than just "cause mom and dad said so".
Tags: argument
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August 03 2011

schlingel

Stuttgart 21 - ein echter Skandal

Aktuell liest man mal wieder etwas von Stuttgart 21 und der darum geführten Diskussion. Letzte Woche wurde dazu im TV auf dem Sender Phoenix die Diskussion zum Thema SMA-Ergebnis übertragen.

Die Medien haben das Thema aufgegriffen wegen eines Zitats von Hans Geißler. Doch weder dessen greisenhafte Trägheit noch dass er sich offensichtlich auf die Seite der CDU und der Bahn stellt wird thematisiert, sondern Göbbels-Zitat.

Hans geißler

"Wollt ihr den totalen Krieg"

Ich persönlich finde es lächerlich sich dabei aufzuhängen. Die Erklärung Geißler's, dass er dabei nicht an Göbbels gedacht hat wirkt plausibel wenn man sich die TV-Übertragung angesehen hat. Der alte Herr warf nur so um sich mit militärischen Ausdrücken. Der wohl meist gehörte Satz während der Sendung war "[...], das ist die aktuelle Gefechtslage"

Boris palmer

Meiner Meinung nach sollten sich die Medien viel mehr darauf stürzen, dass die Argumente die von Boris Palmer vorgebracht wurden systematisch unterbrochen wurden - unter Duldung Geißlers. Das Ergebnis: Vertragspunkte wurden willkürlich weggelassen. Das ist der echte Skandal.

Tags: argument

July 31 2011

schlingel
A good question indeed and I want to start its answer with a little quote:

God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,
Courage to change the things I can,
And wisdom to know the difference.

The point is not to lose oneself in the complexity of things you're not able to change. One thing you can't activily change is the character of a person. If you read my answer again you'll will see that I didn't ask the question I just stated I don't know its answer. This may look like ignorance but this thinking style doesn't come from laziness to decrypt the mysterious of the universe, it does come from the striving for happy calmness.

Striving for happy calmness may seem as antagonism but it just means I'm not there yet. My main point is that I see the complexity within society and humans and within one person and therefore I try my best to avoid putting people in box "Good" or "Bad" because of a self choosen criterion. 

My point is that dissecting everything makes it dead. The urge to analyse everything as objective as possible is good and has its strengths but I think the eastern philosophers have also a point in saying that you should'nt just dissect the world, you should (also) experience it.  
Tags: argument

July 27 2011

schlingel

Provokation - Serious Business

Es stellt sich immer öfter die Frage wie im massiven Gewitter der Kurzmeldungen ein Stück Information noch Aufmerksamkeit erhascht. Vor allem da der rollende Donner der altertümlichen Medien vom schrillen Krach des 21. Jahrhunderts bald übertönt scheint.

Karl Kraus meinte bereits vor bald einem Jahrhundert, dass das Leben des Einzelnen im Schlamm der Kleinigkeiten versinkt und trotz seines Versuchs diesen Phrasensumpf trocken zu legen, wurde dieses brackige Wasser in allen Sprachen in alle Welt getragen um nur noch mehr dumpfe Umnachtung in unser aller Leben zu tragen.

Wer stellt sich diesem abscheulichen Treiben? Der Kulturoptimist möchte jetzt natürlich die Kunst anführen aber die ist doch nichts weiter als ein Spiegelbild unserer Umnachtung. Wer hat denn tatsächlich noch etwas zu sagen, das noch nicht gesagt wurde? Auf eine Art die noch nicht gebraucht wurde? In einem Ton der noch nicht gespielt wurde?

Da wird es plötzlich licht im Kreis der Künstler. Besonders - und auf diese Menschen ist dieser Artikel aus - langweilen mich diejenigen die glauben sie könnten provozieren. Es gibt tatsächlich noch Künstler die glauben, dass es mit der Überspitzung des Geschmacklosen in Österreich noch ein Gemüt zu verstören gibt!

In einem Land das Haider, Strache, Schüssel, Grasser, Glawischnig, Rudas und wie sie alle heißen hervorgebracht hat. Der österreichische Bürger ist unter schwerem Beschuss der Blödheitsmaschinierie die auch noch das Land steuert.

daham statt islam - fpöplakat

In einem Land in dem sich eine so genannte Spitzenpartei erblödet so etwas in die Öffentlichkeit zu stellen ohne verbal gesteinigt zu werden glauben tatsächlich Menschen so provozieren zu können:

hamam statt daham kunstaktionsplakat

Das einzige was mir da zu Denken gibt was hier "Künstler" mit meinem Steuergeld aufführen. Umkippen - wenn auch in ein anderes Extrem - bleibt immer ein umkippen. Denn hier wurde eine Botschaft formuliert die kaum im Sinne der Künstler sein kann:

"Uns fällt seit 40 Jahren nichts ein aber bevor wir gar nichts mehr machen urinieren wir mal wieder."

Dieses Problem wurde aber schon erkannt wie Johannes Grenzfurthner hier schön an einem Beispiel ausführt und sogar mit einer Lösung garniert. Tu etwas das niemand erwartet anstatt einfach darauf zu scheißen.

Tags: argument

July 24 2011

schlingel

The circle of Life - Die Österreichversion

Als politisch interessierter Mensch hat man es schwer in Österreich. Vor allem wenn man sein Hirn verwendet und nicht gerne im schwarz-weißen Farbspektrum denkt.

Denn Österreich steht auf den Schultern von mittlerweile drei Parteien, die in einem Reigen aus Machtpolitik und Einfalt um den Kanzlersessel hüpfen.

Welche drei Parteien meine ich? Da ist natürlich die duale Einigkeit SPÖ und ÖVP gemeint. In seltener Eintracht verstehen es diese zwei Institutionen über eine gewalttätige Vergangenheit, welche von gegenseitigem Mord u. Totschlag gekennzeichnet ist (Stichwort 1. Republik), hinwegzusehen.

Da wird während des Ringelspieltanzes zwar ein Ellbogenstoß da und ein blaues Auge dort verteilt aber die Gleichmäßigkeit die dem Hin- und Her inne wohnt ist bereits bestens dokumentiert.

Niemand hat dieses Verhältnis besser auf den Punkt gebracht als Ernst Hinterberger mit seinem Duo Schoitl und Gneisser.

Dazu gekommen sind die Blauen die seit Greisky immer mehr Fuß fassen in der Gesellschaft und durch das Unvermögen der Grünen Probleme sei es gelebter ideologischer oder struktureller Natur einzusehen, bekommen diese auch noch zusätzlichen Zunder.

Zwar verpufft dieser schnell wenn sie dann einmal im Feuer des politischen Tagesgeschäfts im Kanzleramt sitzen aber das ändert nichts daran, dass die FPÖ mit hoher Wahrscheinlichkeit in der nächsten Regierung sitzt.

Wie die Zeit zwischen 2000 und 2007 gezeigt hat fehlt es den Blauen genauso an Alternativen aber sie sprechen mit den harschen und unfairen Worten oft tatsächliche Probleme an.

Vielleicht existieren die angesprochenen Probleme in ihrer Totalität und Härte nicht in dem Ausmaß, das ist den Menschen aber egal. Wenigstens redet jemand darüber.

Anders sieht es da zur Zeit bei Rot und Grün aus. Während Rudas und Glawischnig meinen, sie müssten nur mehr in die Bevölkerung tragen was sie denn leisten, kommunizieren sie eine ganz andere Botschaft. Sinngemäß die folgende: Scheißt's euch nicht an. Wir tun ja eh - was stellt's euch so an. Ist ja eh super und wird schon werden. Ist nicht so wie wir's haben wollen aber seid's selber schuld. Ohne Absolute geht da nix.

Doch genau das ist das Letzte was Menschen hören wollen. Sie wollen nicht hören, dass die eigenen Lebensumstände und die damit verbundenen Gefühle bzw. Probleme blödsinniges Gebrabbel sind. Das eigene Leben ist für die wenigstens ein Witz!

Von der Politik seit VdB möchte ich gar nicht erst anfangen ...

Genau dieses politische Unvermögen zwingt - wenn sich nicht bald etwas ändert - eine blauschwarze Mehrheit in die Regierung.

Das sind in wenigen Absätzen meine Einschätzung zur bundespolitischen Situation von Österreich.

Und jetzt stelle ich mir die Frage: Wie kann man das ändern? Wie kann dieser Reigen im Takt der Urnengänge denn endlich durchbrochen werden?

Wie kann der Einzelne etwas weiterbringen wenn ihm nicht einmal ein Instrument zur Gesetzesinitation zur Verfügung steht? (Wie etwa ein initierter Volksentscheid auf Landesebene in Deutschland.)

Im jetztigen System kann sich der Einzelne zwar immer einer Partei anschließen aber dieses autokratisch geführte Demokratieorgan frisst das Individuum.

Wie werden also die Vielen zu Tänzern?

Tags: argument
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June 11 2011

schlingel

Gedanken zur Schule

Ich habe den Artikel "Is there a new geek anti-intellectuism" auf zwei Mal gelesen. 

Beim ersten Mal habe ich die erste Hälfte des Artikels gelesen und habe mir dabei gedacht, dass der Autor so schon recht hat und ging anschließend zur Arbeit. 

Als ich dann feststellte, dass sich @durchzug auf den Artikel stürzte und vor allem auf den Punkt eindrosch, dass der Artikel das Schulsystem schützte, wurde ich neugierig und las ihn erneut.

Dieses Mal von vorne und vor allem ganz. Und ich glaube die Kritik ist berechtigt. 

Ich kann den Punkten absolut zustimmen, dass der Computer und die Gesellschaft die sich darum formiert darunter leiden kann - der Autor bezieht sich ja nicht auf harte Fakten - dass zuviel Ablenkung der Kiste innewohnt und es daher schwer fällt sich auf lange Werke die viel Konzentration erfordern einzulassen.

Der Ablenkung kann ich vor allem zustimmen, da ich das schon im Selbstexperiment festgestellt habe. 

Zum Beispiel wenn ich Bücher im PDF-Format am Computer zu lesen versuchte, konnte ich nicht länger als 20 bis 30 Seiten am Ball bleiben. Länger zu lesen war und ist mir unmöglich - erst mein Ebook-Reader hat mir da die Tür zu den digitalisierten Werken aufgestoßen.

Doch der Punkt der plötzlich nicht nachvollziehbar wird ist der Punkt an dem der Autor meint, dass akademische Bildung gleichzusetzen ist mit einer intellektuellen Ausbildung. Das stimmt einfach nicht.

Ich nehme wieder mich als Beispiel: Ich habe Philosophie-, Psychologie- und Bücher aus dem Genre der Literaturklassiker verschlungen und damit eine Art humanistische Bildung erhalten die der Autor fälschlicherweise mit Intellektualismus gleichsetzt. 

Rationals Denken ist nichts das auf Akademiker beschränkt ist. Akademische Bildung sollte methodisches Vorgehen und eine Grundausbildung im Bereich des Wissensgewinns beinhalten. Schlußendlich sollte ein Akademiker forschen (können).

Doch hier stürzt sich der Autor des Artikels dann nur noch darauf, dass die Klassiker und die Geisteswissenschaften nicht mehr ernst genommen werden und die Gruppe derer die sich damit beschäftigen immer kleiner wird. 

Er holt sogar die Debatte ins Boot ob Wissen nur von Wissenschaftlern verwaltet und vor allem erzeugt werden kann. Und genau da überspannt er den Bogen. Denn:

  • Das Schulsystem und auch die Universitäten beschäftigen sich vor allem mit der Vermittlung von Fakten. In den wenigstens LVAs die ich besucht habe, ging es darum durch eigene Arbeit Erkenntnisse zu gewinnen, diese zu evaluieren und in meine Arbeit einfließen zu lassen. Und ich stehe ein Semester vor dem Bak. Diese Kritik am Schulsystem stammt z.B. auch von einem Wissenschafter. Die Kritik von Univ.-Prof. Dr. Dr. Ulrich Berger ist in dieser Ö1-Sendung nachzuhören.
  • Das beste Gegenbeispiel für diese Art der Bildungsvermittlung ist Andrè Stern. Der Mann hat in seinem Leben nie eine Schule besucht, verfügt dennoch über eine breit gefächerte Bildung und vor allem nach wie vor Freude daran diese auszubauen.

Doch das Interessanteste in diesem Kontext ist was Stern in dem verlinkten Interview gesagt hat: (Sinngemäß)

Es ist abstrus so etwas persönliches und subjektives wie Wissen in eine quantifizierbare Form zu bringen nur um sie zu vergleichen zu können. Es kommt nicht darauf an ob jemand etwas besser weiß, es kommt nur darauf an Freude daran zu haben sein Wissen zu verbessern.

Eine sehr interessante Sichtweise die in dem Interview sehr gut vermittelt wurde. Ich rate: Unbedingt nachhören!

Doch wie kann in unser Welt die davon angetrieben wird alles und jeden in verschiedenste messbare Modelle zu zwängen und die Kinder in einem Rahmen einsperrt der es zulassen muss "Leistungen" vergleichen zu können, zu motivieren zu lernen? 

Tags: argument

May 16 2011

schlingel
"and i'm talking about the different consequences of data that is available to anyone and data that is available exclusiveliy to the state the whole time… sorry that you missed it <_<"

Oh come on, now you're leaving the path of a normal argument by getting insulting. 

My point is that people have to take care about their data the same way when they give it away as when its taken from them. Because the results are the same.

You never mentioned in the following comments that you only refer to data taken by the government when I was general writing about information in the ambivalence of antipathy to the information gathering process by the governments and the ignorance for publishing information.

You're losing ground on your argumentation and now taking the easy way out by saying "we talked about something else, your fault when you didn't get it."

and sharing personal data is what communication is all about, btw…

I strongly disagree here. If communication were this limited we would still be sitting in caves and talking about how frightening the last thunder was. 

Communication includes but is not limited to sharing personal data. E.g. small talk about weather. There are many social, psychological and cognitive processes to consider.

The abstraction to sharing private information is IMO wrong. 

the difference between personal or private data and really relevant data? 

Hm, point taken. That's a question about context which is differently answered depending on personal mood. This point is yours.

BTW: There should be a sign in front of the bench with a warning. I don't think that everybody knows what this bird means.
Tags: argument
schlingel

And therefore it's not important who has the information and everybody should spread personal information without losing a single thought on the consequences?

As I pointed out in this post I'm not against the open process of exchanging knowledge and projects but personal information for public space should be carefully selected.

I think you completely ignore the difference between personal or private data and really relevant data.

And taking fotos of strangers who take a seat on a public bench isn't something I accept as information which has to be shared in context of knowledge generating.

By the way: The crime example is a very poor one because my point is to avoid the publishing of private information in the first place.

And: I just did not hear any argument why my conclusion that the result is the same is wrong.

Tags: argument
schlingel

See, at this point we have different opinions.

You think the results vary but I think information about a  private person can be used as instrument of oppression.

The very essence of my "freaking out" is, that people seem to get the reason of this concern when information is taken from them but when they give it out for free - often in non-consciousness of the possible consequences - there seem to forget that everybody is able to use it.

Everybody includes the government and other entities I don't like to use my information.

And as you said, there are sets of information. At the moment they are loosly coupled. But with progressing linking of daily-routine and internet-technology this technology hurdle disapear more and more.

From this point of view I strongly believe that companies and also governments gonna use them for whatever they think they need it. E.g. The Austrian government used the isolated collected data for the census this year by connecting them in project critizised by ARGE Daten.

Back in 2006 the Nationalrat created a law just for this case. Why not conclude to use information in public domain for government purposes?

Especially an Austrian citizen has to bear in mind that the next administration is most likely a FPÖ/ÖVP-team and this parties don't flinch from doing such a law.

And a concluded law is most likely to stay. But I don't trust the Grüne, BZÖ and SPÖ either so the only sane move is to carefully filter private information which is put in public space.

Tags: argument
schlingel
Yep, the results are the same.

When there is information, there is a threat someone is going to use it in a way he likes it. E.g. the Austrian census.

My point isn't that it's good that governments do take private information from their citizens, my point is that is absolutely narrow minded to think giving it away unfiltered in the public space isn't the same as giving it directly the government.

But only if the government is taking it people seem to notice that this is wrong.

That's freaking me out.
Tags: argument

May 12 2011

schlingel

Volkszählung made in Austria

Tja, seit 5 Jahren hat die Statistik Austria das Werkzeug in der Hand mit der verschiedenste Listen mit Daten über Bürger zusammengeführt werden können. 2011, also lange nachdem diese Fakten geschaffen wurdenn, interessiert das auch die Medien

Datenschützer gehen auf die Barrikaden nur die dem Kanzleramt untergeordnete österreichische Datenschutzkomission winkt ab.

Schau mal her Deutschland, so wird das gemacht: Gar nicht lang frangen einfach alles nutzen wo bereits Daten vorhanden sind.

Tja, aber hauptsache der Kühlschrank ist mit Facebook verbunden ...

Tags: argument
Reposted bykrannixcoloredgrayscalen0gAgnes

April 29 2011

schlingel

MS verbietet Open Source in WP7-Store

“Excluded License” means any license requiring, as a condition of use, modification and/or distribution of the software subject to the license, that the software or other software combined and/or distributed with it be (i) disclosed or distributed in source code form; (ii) licensed for the purpose of making derivative works; or (iii) redistributable at no charge. Excluded Licenses include, but are not limited to the GPLv3 Licenses. For the purpose of this definition, “GPLv3 Licenses” means the GNU General Public License version 3, the GNU Affero General Public License version 3, the GNU Lesser General Public License version 3, and any equivalents to the foregoing

Das ist ein Ausschnit aus dem MS Application Provider Agreement. Ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht.

In den letzten Jahren habe ich Microsoft des öfteren in Schutz genommen, da sie sich sehr bemüht haben eine Art von Open Source Kultur zu etablieren. User Groups schossen aus dem Boden und begannen sich zu vernetzen. Tools wurden freigegeben, Codeplex beginnt als Ressource interessant zu werden und mit nuget hat man sogar einen Packagemanager ala maven an der Hand

Und jetzt das ...

Diese Clowns verbieten dem WP7-Entwickler doch tatsächlich das Entwickeln mit Open Source Lizenzen. Übrigens fällt nach der Definition sogar die Open Source Lizenz von Microsoft raus.

Ich bin schon gespannt wie sich das auswirken wird.

Reposted bysofiasmondkroete02mydafsoup-01finkreghn0gkrekkminderleister

April 28 2011

schlingel

Kampfkunst - Wo sich Schopenhauer und Bruce Lee begegnen

In letzter Zeit widme ich mich in einem leider sehr begrenztem Rahmen der Lektüre von Kampfkunstliteratur. Da ich es nun schon einige Zeit herumliegen aber noch nicht gelesen habe, habe ich mir Tao of Jeet Kune Do zur Brust genommen.

Zur Abwechslung habe ich nicht bei den bebilderten Technikerklärungen angefangen sondern tatsächlich am Anfang. Bruce Lee hat hierbei viel Wert darauf gelegt, dem interessierten Leser klar zu machen was Jeet Kune Do ist.

Im Vergleich zu sehr Technik orientierten Büchern wie diverse Anleitungen die zumeist von begeisterten Kampfsportlern bzw. Kampfkünstler geschrieben wurden, merkt man gleich, dass Bruce Philosophie studiert hat.

Sehr interessant ist vor allem der Ansatz, dass das "Ganze" - Idealisten wie Kant oder Schopenhauer nennen es das Objektive - nur durch die Aufgabe des Ichs erreicht wird.

Wo Schopenhauer die einzige Möglichkeit sieht Frieden zu finden und sich vom animalisch und überall inne wohnenden "Willen" zu lösen, sieht der asiatische Philosoph die Erleuchtung. Dabei handelt es sich um die Überwindung der Triebe wie sie Freud beschreibt. Nach Schopenhauer wird das Menschliche zurückgelassen. Nach Nietzsche wird man zum Übermenschen.

Diese ganzheitliche Ansicht auf die Kampfkunst zu übertragen scheint auf den ersten Moment fremd. Wozu soll das gut sein? Hat es tatsächlich einen Sinn sich so ernst über das Kämpfen Gedanken zu machen? Um es mit Bruces Worten zu sagen:

Before I learned the art, a punch was just a punch, and a kick, just a kick.

After I learned the art, a punch was no longer a punch, a kick, no longer a kick.

Now that I understand the art, a punch is just a punch and a kick is just a kick.

Ein jeder der mit einem Kampfsport oder einer Kampfkunst beginnt wird darauf gedrilled die Hände in der Position zu halten wie es das jeweilige System vorsieht, Schrittfolgen, Schlagfolgen, Kicktechniken usw. usf. spielen alle plötzlich in einer sehr detaillierten Form eine Rolle.

Wie drehe ich mich beim Kick? In die Knie dabei gehen? Habe ich die Fäuste vor dem Gesicht gelassen? Waren die Ellbogen zu weit von meinem Brustkorb weg? Hätte er mich in die kurzen Rippen treffen können?

Alles Gedanken die einem während oder spätestens nach einem Kick durch den Kopf schießen können. Jeder der trainiert wird diesen Ablauf kennen.

Mit der Routine kommt die Ruhe und der Kopf wird leer. Es geht nur noch darum im Kampf zu fühlen wann es richtig ist zu attackieren und wann nicht.

Bruce sah hier die größte Gefahr von Systemen: Anstatt den Kämpfer auf die Ebene zu bringen an der er aus dem Bauch raus richtig entscheidet, sich von seinem innersten Instinkt tragen lässt, wurden ihm verschiedene Techniken eingebläut.

Schritte werden eingefügt um Techniken aus dem Kata anwenden zu können, Faustschläge werden von vornherein als "nicht effektiv" abgetan, der Bodenkampf wird über Tritte und Schläge gehoben denn "runter kommen sie alle" und so definieren sich die Systeme Kämpfe wie sie, sie gerne hätten.

Jeet Kune Do sieht das anders. Als Philosophie steht die Situation im Vordergrund und zwar ganzheitlich. Nichts wird durch Konzentration ausgespart, das Bewusstsein soll im Moment aufgehen und der Kämpfer als Art Automat handeln.

Dem pflichtet auch Sgt. Rory Miller in seinem Buch "Meditations about Violence" inhaltlich zu. Der Mann arbeitet als Wärter in einer Justizvollzugsanstalt in den vereinigten Staaten und arbeitet sich an das Thema von seiner täglichen Berufspraxis heran.

Dabei geht Miller vor allem auf die Probleme der streng dogmatisch handelnden Kampfkünstler in Kämpfen mit kriminellen "Raubtieren" ein.

Dort wo die meisten Menschen einen abnormalen Rechtsbrecher mit soziopathischen Tendenzen sieht, sieht der Mann einen von vielen Häftlingen seiner Haftanstalt.

Durch seinen Beruf kommt es dabei öfters auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Zellen mit Häftlingen.

Auf so eine Auseinandersetzung bezieht er sich auch in einer Erzählung eines Sparring-Kampfes. Seine Sparring-Partnerin, kommend aus einer Karate-Schule, teilt einen Faustschlag aus, trifft ihn auf der Nase und weicht zurück.

Miller nutzt dieses Zurückweichen und wirft die Kämpferin zu Boden. Er fixiert sie und der Kampf ist zu Ende. Die Kämpferin, die den schwarzen Gurt in Karate trägt, legt Widerspruch ein. Sie hätte ihm in einem richtigen Kampf die Nase gebrochen. Worauf Miller meint, das würde ihn nicht aufhalten das war bei einem Kampf schon passiert und er konnte seinen Hals dennoch retten.

Das ist eine wichtige Lektion: Ein echter Kampf hört nicht auf wenn man meint gewonnen zu haben, ein Kampf hört erst auf wenn der Gegner "kampfunfähig" gemacht wurde.

Wie passt diese martialische Ansicht zur philosophisch geprägten von Lee? Und was hat Schopenhauer damit zu tun? Ich gehe sogar noch weiter und hole noch Jesus ins Boot.

Wie kann ein Mensch in einem Kampf aufgehen? Nach Lee muss er sich selbst aufgeben, in frei übersetzten Worten muss er in den Kampf gehen ohne Absicht ihn lebendig zu verlassen.

Diese krasse Ansicht wird schon in viel älterer martialischer Literatur erwähnt: Sunzi warnt in seinem Buch "Kunst des Krieges" davor eine fliehende Armee ohne großen Vorteil in die Enge zu treiben. Der Grund ist dabei auch, dass die Soldaten die nichts mehr zu verlieren haben am gefährlichsten kämpfen.

Dabei steht vor allem eines im Vordergrund: Die Selbstaufgabe. Selbstaufgabe ist nach Schopenhauer die zentrale Motivation hinter Religionen. Als besonderes Beispiel bringt er dabei in "Die Welt als Wille und Vorstellungskraft" das Christentum und die Buddhisten.

Während es dem durchschnittlichen Europäer sofort einleuchtet, dass der Buddhist am Weg zur Erleuchtung sich selbst aufgeben möchte, scheint das bei einer mittlerweile eingesessenen westlichen Religion wie der des Christentums befremdlich.

Doch schon Jesus hat es vorgezeigt: Man opfert sich aus Nächstenliebe selbst. In diesem Maximum der Askese schlummert das Begreifen des Seins. Mitunter ist das wohl auch ein Grund warum es noch immer Askese in unserer Wohlstandsgesellschaft gibt. Die spirituelle Bedeutung leuchtet währenddessen instinktiv ein.

Worauf will ich hier hinaus? Ich wollte kurz darlegen warum mich die Lektüre so begeistert. Faszinierend ist die philosophische Tiefe hinter Bruce Lees Schaffen. Und was mich besonders beeindruckt hat: Wie universell und doch einheitlich der Weg zur Erleuchtung zu sein scheint, egal ob man ihn in der Philosophie, der Bibel, im Buddhistentempel oder im Dojo sucht.

April 14 2011

schlingel

Deine Argumentation finde ich jetzt ehrlich gesagt alles andere als schlüssig und ein rethorischer Kniff gefällt mir auch nicht.

  1. Was soll das heißen mit "meinen" kleinen Leuten. Das reicht vom Tontechniker bis hin zu selbstständigen Produzenten. Die kämpfen um's Überleben obwohl ihre Ware nach wie vor gefragt ist. Das hier ein Ungleichgewicht herrscht ist nun einmal ein Faktum. Nicht nur in meiner Gang ;-)
  2. Was ist tatsächliche Arbeit und ist untatsächliche Arbeit das Gegenteil? Das Pflegeberufe in Angesicht der Verantwortung unterbezahlt sind empfinde ich auch so. Da habe ich schon vor einiger Zeit einmal einen kleinen Text darüber geschrieben welche verschrobene Begrifflichkeit von "Verantwortung" in der Wirtschaft vorherrscht. Das hat aber zum einen nichts damit zu tun, dass sich andere Berufsgruppen auf lauwarme Empfehlungen ala "neue Geschäftsmodelle entwickeln" einlassen müssen um zu überleben obwohl die Menschen ihre Arbeit nach wie vor konsumieren. (Und nein: Kleine Musiker können die CD-Produktion nicht so einfach mit Live-Auftritten finanzieren.) 
  3. Selbst wenn wir die unterschiedlichen Situationen außer Acht lassen und die zwei Probleme auf ein wirtschaftliches Problem abstrahieren bleibt die Frage warum ein fiktives Marktgesetzt deren Leistungen beschneidet obwohl die Arbeit gebraucht wird?
  4. Das Gleichsetzen von Produktionsbetrieben die Sachen herstellen die der Weitergabe von Daten dient mit der Produktion von Musik - welche sich ja vor allem auf Marketing, Tontechnik und Eventmanagement bezieht - halte ich für schlichtweg falsch. Das eine kann durch digitale Kommunikationsnetze ersetzt werden, das andere wird durch die Netze nicht mehr geschätzt.

Das Bild vom Anschluss finde ich zwar ist ein gekonnter Griff in die rethorische Handwerkskiste da sofort negative Bilder projeziert werden, aber ich muss trotzdem ein Argument dafür liefern :-)

Die bewegen was. Punkt. Die haben die Kraft zu lobbyieren und wenigstens ein paar Felle festzukrallen während die anderen davon schwimmen.

Das mag jetzt natürlich ein grausig pragmatisches Argument seien aber es ist nun einmal Fakt dass dieser Zirkel und deren Arbeit auch den kleineren Geschäftstreibenden zugute kommen.

Übrigens, es wird sehr viel Energie in das Finden von Geschäftsmodellen gesteckt. In der SAE - also einer Privatschule/Uni für Tontechniker bzw. Produzenten - gehört es zum zweiten Studiumsabschnitt sich genau mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Tags: argument
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