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December 02 2017

schlingel

Du bist nicht der erste, der meint die eigene Generation habe dem Irrationalen gegenüber dem Rationalen zu viel Raum gegeben. Wenn Stephan Hicks mit der Grundthese seines Buchs Explaining Postmodernism (apl) Recht hat, dann geht das in einer Linie bis zu Immanuel Kant zurück.

Diese Philosophen bleiben allerdings nicht unwidersprochen und so wiederholt sich alle paar Jahrzehnte ein Zyklus in dem Materialisten gegen die noch absurdere Hypersubjektivität anderer Philosophen anlaufen.

Aktuell scheinen wir wieder am Beginn einer solchen Auseinandersetzung zu stehen, was insofern positiv ist, als dass es bedeutet, dass wir eine Rolle dabei spielen können und gleichzeitig die intellektuellen Vorreiter zeitnah lesen können und sie auch noch direkt befragen können.

Angeregt durch die Reflektion im Artikel über die Rechten, begreife ich erst jetzt, dass es diesen Zyklus gab und gibt und wie meine Reise darin begann. Als ich 16 war, mehr aus Langeweile denn was anderem, habe ich mein erstes Philosophiebuch gelesen.

Es war von Bertrand Russel und heißt Probleme der Philosophie (apl). Im Endeffekt war Russel als Positivist und Materalist bemüht, Ideale mit dem Wahrnehmbaren in Einklang zu bringen.

Da ich als nächstes Sekundärliteratur über Kants 3 Kritiken (apl) las, fand ich dessen Philosophie, die, die Endlichkeit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit und Vernuft enthielt, schlüssiger. Auch wenn mir bis heute die Vorstellung, dass Moral aus Vernunft erwächst, nicht einleuchtet. Ich glaube zB. das der Spruch "Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus […​"] zutrifft.

Was mir allerdings immer fremd war, waren Texte von Philosophen wie Adorno oder seinen Vorgängern. Im Endeffekt köchelte deren Argument immer auf diffusen Schwachsinn zusammen - jedenfalls so wie ich es interpretierte.

Da war ich nicht der einzige. Bereits vor meiner Geburt gab’s da eine neue Strömung von Materialisten in den USA die für eine absolute Objektivität und gegen Kants bis hin zu Adornos Thesen ankämpften. Ayn Rand hatte es mit ihrem bombastischen Werk Atlas Shrugged(apl) geschafft, enorme Aufmerksamkeit in den amerikanischen Medien zu erreichen und ihre Philosophie der Moralität des materialistischen Egoismus publik zu machen. Es mag holzschnittartige Charaktere enthalten, aber eine Wirkung hatte das Buch dennoch auf mich.

So wie Hicks gelesen habe hat er schon recht. 2015 habe ich das erste Mal einen wirklich erschreckenden Artikel im Standard zum Thema Gender-Studies auf der Uni gelesen. Ich habe ihn auch auf der Suppe verlinkt und dann in einem Post ausgeführt was mich daran so stört.

Philosophen, Professoren, Politikautoren, Journalisten und Comedians wie Jordan Peterson, Yaroon Broock, Ben Shapiro oder auch Dave Rubin haben alle auf ihre Weise verschiedene Kanäle geöffnet um gegen den irrationalen Wahnsinn anzukämpfen.

Spannend dabei ist, dass Protagonisten wie Peterson weit weg von Materialismus sind. Sie kommen aus ganz anderen Gründen wie zB. Broock zu ihrer Feindschaft mit Identity-Politics und ähnlichen Auswüchsen.

TL;DR: Ja, wir sind über's Ziel hinaus. Dekadent ist, anzunehmen, die eigene Warhnehmung und Interpretation ist den Fakten überlegen.

Disclaimer: Die Bücher die ich angesprochen habe, habe ich gleich noch als Amazon-Partnerlinks eingefügt. Sie sind mit (apl) gekennzeichnet. Ändert nichts am Inhalt, aber wenn die Bücher euch gefallen und ihr sie bestellt bekomme ich ein paar Euro.

Tags: argument

April 06 2015

schlingel
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Ich habe “Atlas shrugged” fertig gelesen. Ein Buch mit 1189 Seiten auf dem eine sozialistische Dysotopie ausgebreitet wird die von einer kapitalistischen Unternehmerelite durch Enthaltung der schöpferischen Leistung zerschlagen wird.

Das Buch ist langatmig. Das Buch ist voll mit ewig langen Monologen. Das Buch besteht hauptsächlich aus Intrigen im Wirtschafts- und Politik-Business. Dennoch war es in meinen Top 3 der Bürcher die mich wirklich in ihren Bann zogen. Immersiv, ein Wort das ich so gut wie nie für Literatur gebrauche, fällt mir dazu als erstes ein.

Aber was ist so spannend daran? Die Summe der Gegenentwürfe und Fragen die zu Ideen aufgeworfen werden die wir gar nicht mehr wahrnehmen. Das Hinterfragen von Ideen und Einstellungen die unter dem Deckmantel hohler Phrasen wie “sozial” und “für die Allgemeinheit” ins Unterbewusstsein kriechen ist spannend.

Das Buch schafft es Charaktere die sich als mitleidlos und eigennützig definieren sympathisch zu machen.

Meiner Meinung nach, fußt das ganze Buch auf zwei sehr starken Eindrücken denen Rand ausgesetzt war. Zum einen das Ermatten der Massen als die Bolschewiki und deren Aparatschiks die UDDSR aufbauten und zum anderen den energetischen Optimisums den sie in den Staaten fühlte.

Das sind auch die zwei Grundströmungen im Buch. Zum einen die politische Elite, die zwar demokratisch legitimiert ist, aber durch gezielte Desinformation, Angstpropaganda und Wohlfahrtsversprechen das Volk in eine frustrierende, apathische Starre zwängt und zum anderen das Gefühl der Unternehmerelite; das egomanische Selbstvertrauen die ganze Welt in einem offenen Wettstreit für den eigenen Vorteil auspressen zu können.

Die “echten” Unternehmer, die Rand völlig ironielos ausnahmslos als große, drahtige aber vor allem schöne und intelligente Menschen darstellt, zumindestens Experte im eigenen Industriezweig aber doch oft Ingenieur, Chemiker, Physiker oder Philosophieprofessor, sind dabei die einzigen Menschen die zu echten Emotionen fähig sind.

Es sind die einzigen Menschen die das Leben spüren können und daher die einzigen die wirklich leben wollen. Dementsprechend sind sie auch gegen jegliche Form von aufoktroyierten Autorität – sei sie staatlich oder religiös.

Diese Art Übermensch ist Atheist, staatenlos, völlig eigennützig und daher der Ursprung allen Wohlstands und zwar aller. Er führt die Menschen. Staatliche Regulationen, wie z.B. Untersuchungen ob neue Materialien für Schienen auf denen Tausende Menschen fahren sind unnötig. Wäre das Material schlecht würde der Unternehmer Verlust machen, daher verwendet er das nicht. Passiert doch etwas, dann liegt das ausnahmslos an staatlich gestützter Autorität die, die unsichtbare Hand fehlleitet.

Und da offenbart sich auch schon das Problem dieses wortgewaltigen Epos: es gibt ein unbegründetes Vertrauen in Egoismus. Für eine Philosophie die sich “Objektivismus” taufte, fehlte es da an Einsichten die z.B. das Gefangenendilemma liefern könnte. Wenn jeder nur für sich arbeitet, ist das noch lange nicht das Beste für Alle. Im Gegenteil, dem Einzelnen kann durch die Vielzahl der egoistischen Entscheidungen erheblicher Schaden zugefügt werden.

Dennoch: Das Buch aber auch die Autorin sind interessant. Ich finde jeder sollte zumindestens Atlas shrugged gelesen haben. Ein Buch das viele intelligente Denkanstöße bereit hält.

Auch wenn Rand als antifeministische, antimarxistische, antilinke und kapitalismusgläubige Autorin deshalb nicht im Verdacht stehen mag. Spannend sind übrigens auch die Interviews aus den 70ern - inkl. Vorhersage wie die UDSSR untergehen wird - sie hatte recht. 
Tags: argument

March 20 2015

schlingel

Though it makes it harder to judge whether a person is truthfully good, or more or less interested in the reward. Is he selfless or selfish.

That's a common idea, yes. But I think it's pointless in terms of judging whether an action is good or not. And in the long run it's the sum of the good and bad consequences a person brought to the people around by his/her actions.

The question if the doer is selfish or selfless is without practical meaning.

The point is if the consequences of an action are good not their causes. If a company spends 1,000,000€ on cancer research the action is good even though they did it for the publicity. The consequences of such a donation doesn't lose it's good consequences just because they get publicity and a possibility on saving income taxes.

If you're only helping because you get money or hope for some divine reward it's a job or a delusion, not a sign of a good character.

That's another question. But to come back to the reward: Every good deed has an reward. It's at least a warm feeling, the reassurance of being useful and being able to make a difference - even when it's small.

Most people enjoy doing good because it makes them happy - at least it makes me happy. But that's a reward in itself. That's also a profit.

Who said you have to sacrifice something? But of course you do, at least your time. You shouldn't expect to gain anything substantial.

Depends how you define substantial. The warmth feeling, I talk about, is - at least for me.

I witnessed often when people helping other people and doing a little good deed to each other joy spreads. People get happier, they start to smile. Just because it's nice to see other people helping each other kindly.

So my thesis is, that there's some kind of goodness-meme which spreads. And other people do good because they know how nice it feels.

And that's a reward - a profit - everybody has the right to earn and to enjoy.

The point is that doing good is not equivalent to being good.

I take a practical, positivistic stance on that. I can impossibly know what another person thinks silently to them self. Therefore the only valid way to judge another person is by his or her actions - but not by their words!

Everything else sounds esoteric to me. But maybe you have a good definition of being good in contrast to just doing good.

My idea is, that a good being can withstand the badness-meme, which also spreads like hell. Ernst Fehr (Uni Zürich) did some experiments and showed that people adapt to unfair environments and start to cheat on others. Maybe this resistance is a way of showing a truly good character?

It would boil down to a potential of staying away from doing bad. Is this potential what you mean with being good?

But, nevertheless, you're right in the point that being good and doing good is different. I'm just not sure how one could really judge that in absence of an unfair environment.

Which of course logically makes no sense at least in its literal form.

It's a proverb, don't expect to much of it :-)

But I think you get what I was talking about.

Doing a sacrifice doesn't make an action worse or better. An action has to be judged by it's consequences. If a fat student trains very hard and doesn't do very good on their PE test, their shouldn't get a "Sehr Gut". If a professional sports student does the test and didn't train before and did well he deserves it nevertheless.

PS: I know, it's a complex matter and maybe I'm over interpreting this propaganda posters. But one should have a critical eye on propaganda. Even more when it's made by people who claim to be rational beings.

And I still don't think profit and goodness is a contradiction. And that's even bad to propose it.

PPS: I really enjoy such discussions. If you don't, just say so and I don't go on your nerve any longer. Happened to me before :-)

Tags: argument
Reposted byvoyd voyd

March 08 2015

schlingel

Was ich sehr, sehr beängstigend und bedenklich finde, ist, welches Bild sie von der Wissenschaft haben.

Es ist einer der wichtigen Beiträge der feministischen Wissenschaft, nachzuweisen, dass es keine objektive Wissenschaft gibt, sondern dass sie immer mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen verwoben ist.

Feministische Wissenschaften, haben den Anspruch zu zeigen, dass es keine objektive Wissenschaft gibt. Das ist natürlich im Angesicht von Naturwissenschaften wie Mathematik ein starkes Stück an Aussage ...

Schlimmer wird's aber mit diesen zwei Sätzen:

Die Kritik, dass Gender Studies Ideologie seien und keine objektive Wissenschaft, finde ich daher sehr naiv. Wissenschaft ist in diesem Sinne immer politisch.

Diese Aussage ist zumindestens grob fahrlässige Verallgemeinerung und schlimmsten Fall gezielte Falschinformation.

Wenn du durch Papers wie Memristor - The missing circuit element blätterst hast du harte, objektive Fakten. Da wird anhand von mathematischen Theoremen, die im Laufe der Arbeit bewiesen werden, gezeigt, dass es eine vierte Art Bauteil gibt die noch nicht existiert. Das ist objektiv wahr. Punkt.

Und dann kommt jemand daher, der meint Kontext und Inhalt wären nicht notwendig unterscheidbar weshalb solche Arbeiten im selben Sinne "ideologisch" bzw. "politisch" wie Gender-Studies wären.

Das bedeutet nichts anderes, dass sie einen politischen Kontext in dem Forschung geschieht mit politischen Inhalten im Kontext von Wissenschaft gleich setzen. Eine gefährliche Vereinfachung für die mir nur das Wort Schwachsinn einfälllt.

Mir kommt da das Speiben.

Das gilt übrigens im selben Ausmaß für die Wirtschaftswissenschaftler und andere Ideologiepropheten, die sich versuchen mit Statistiken zu rechtfertigen.

Subjektivität muss in der Wissenschaft eine Beleidigung für einen ehrlichen Wissenschaftler bleiben.

Tags: argument

December 17 2013

schlingel

Ein Zombie in der Stadt

Und dann schoss er mir in den Kopf. Von hinten. Die Sau! Was darauf folgt ist schwer zu beschreiben. Es ist kein langsames Entschweben, kein langsames Eindunkeln und Abdämpfen der Wahrnehmung - es ist einfach aus.

Augen zu und weg. Keine traurige Musik die das Dahinscheiden in den buntesten Grautönen schattiert. Auf einmal ist es einfach vorrüber.

Das tatsächlich schlimme ist dann das Erwachen. Der Geist ist tumb und träge, der Körper unbeweglich und betäubt. Die Glieder krachen wenn man sie von sich streckt und so schleppt man sich vorwärts.

Zumindest habe ich mir den Rückblick erspart. Endlose Sequenzen aus einem Leben voller peinlicher Durchschnittlichkeit, übertriebenen Euphemismen des sexuellen, intellektuellen und physischen Unvermögens. Ein Film dessen Höhepunkte Video- und Trauerspiele waren. Doch es muss weiter gehen. Seelenloser Fleiß verlangt nur nach dem Körper und nicht nach dem Geist. Also hiefe ich mich auf und suche die Motivation mich weiter anzutreiben.

Der Antrieb? Ich weiß nicht, als Kind hatte ich mich das schon gefragt: Was treibt diese Wesen an? Warum tun sie das? Schleppen sich auf die Lebenden hin und verschlingen sie mit Haut und Haar. Sie stürzen sich in ihrer holprigen Stätigkeit, dem schlurfenden Grau der unbarmherzigen Gewohnheit auf ihre Opfer und schlagen ihre Hauer ins lebendige Fleisch.

Als Sukkubus der nach dem gefühllosen Jetzt, der glückseeligen Auflösung, sucht, wird genau dies aufgesaugt. Tote Auge starren in ängstliche Gesichter und lassen Zähne vor dem Angriff aufblitzen. Die vertrockneten Lippen werden auseinander gezogen, wie wenn sie den Weg für eine stumme Nachricht freigeben müssten: Wenn ich nicht lebe, sollst du es auch nicht.

Und mit diesem Satz, der wie Feuer in den Hirnwindung brennt da er wie eine Drohung auch eine Offenbarung für den Rest meines Geistes ist, lodert ein leidenschaftsloser Ehrgeiz auf. Es muss vertilgt werden. Es muss verschlungen werden. Es muss vernichtet werden.

Blanker Hass, auf mich, auf meines Gleichen und vor allem auf alle die anders sind, drängt mich schlurfend einen Fuss vor den anderen zu setzen. Stöhnend steige ich die Stufen aus meiner Wohnung herab, trete auf die Strasse heraus und folge dem unsichtbaren Band, dass die Gefangenen zwischen Tod und Leben, fest eingewickelt in einem scheinbar vorgegebenen Pfad an sich zieht. Was zieht an den Bändern? Was wickelt mich ein? Warum reiße ich mich nicht los und fliehe?

Bevor ich verstehe was ich tue, dränge ich mich zwischen die anderen Leichen und schiebe meinen Körper durch ihre Masse hindurch. Rücksichtslos, ohne Verständnis oder Mitleid, setze ich Gewalt ein. Es zieht mich immer weiter voran und lautlos, sprachlos, verliere ich mich. Ich verliere mich im Treiben. Ich muss mich vorantreiben. Darüber nachdenken kann ich nicht. Darf ich nicht. Werde ich nicht.

Plötzlich bin ich da. Ein Raum. Das Büro. Es ist wie immer. Gefangen zwischen Leben und Tod.

Tags: argument
Reposted byp856ver0nika

November 13 2013

schlingel
Mir ist klar, dass sich alle die sich selbst ganz oder auch nur teilweise mit einem Tecnologiegläubigen identifizieren von diesem Textsplitter angegriffen fühlen.

Da ich mir auch nur 10 Sekunden Zeit genommen habe ihn zu schreiben wundert mich auch die Polemik oder der Sarkasmus von euch (@silenius u. @sofias) nicht.

Besser macht es das allerdings auch nicht. Morozov hat in seinem Buch "Click here, to save everything" schön und vor allem mit Referenzen (wenn auch mit beißend zynisch) dargelegt, dass es der ganzen "Vorwärts, vorwärts"-Startup-Kultur an einem mangelt: Reflexion.

Ich halte es da wie die Konstruktivisten und glaube auch, dass eine jede Erfindung auf den Menschen zurückfällt und ihn verändert. Warum den Ingenieuren und Tüftlern jetzt eine Generalabsolution erteilt werden soll nur weil sie von dem "wahren" Feind angeblich genötigt werden, verstehe ich nicht.

Das Silicon Valley ist ein Startup-Mekka. Die Jungunternehmer übertrumpfen sich bei Investment-Pitch-Veranstaltungen nicht aus einem politischen Zwang heraus, sondern weil sie ihre Ideen - egal wie fragwürdig - an die Leute bringen wollen.

Das bedeutet klarerweise nicht, dass man die großen Unternehmen nicht auch politisch angreifen muss. Patente wie das auf den tätowierbaren Lügendetektor von Google sind natürlich gute Beispiele warum das nötig ist.

Jedoch sind  es nicht nur die großen, es sind auch die sehr vielen Kleinen die hier aktiv und vor allem aus freien Stücken mitgestalten. 

@durchzug beschreibt es ja in seinem Post recht gut: Es geht nicht darum dass die mit "Gehirn" hinter die mit Waffen treten, es geht darum dass die Brains zumindest reflektieren was sie hier entwickeln.

Denn nicht alles was man kann, ist auch gut.


Tags: argument

August 05 2013

schlingel

The argument was:
"70% to 80% of people I met of group X had property Y."

That IS an argument even though you don't like that some people of group X had property Y.

I really don't care about the topic of your arguments, but I'm kind of an argument troll. I hate it when people take sound arguments, try to put them in a weaker position where they can find an counter-argument and act like they had a superior position in the discussion. You made a strawman argument by reducing his experience to a single event.  

Your point was just weak and didn't make much sense. Here are some better counter arguments:

  • The ideals of the (relativly loose) movement outweights the assholes at the borders. And every political ideology has very narrow minded idiots. That doesn't make they point invalid.
  • Meeting n assholes of a group with N members where N is very large and n is relativly small doesn't make a trend. (Don't use anecdotal arguments.)
  • etc.

If you try to make a point, make a valid one! (Ergo: I really don't care if naich acknowledged his weak position or not.)

TL;DR: Bad arguments for good ideas are still bad arguments.

Tags: argument

May 18 2013

schlingel
Wird sowieso immer deutlicher, dass man zu Orwell einen Schuss Huxley hinzufügen muss.

Allerdings glaube ich, dass sie es in dem Fall schon gut treffen und nicht nur blind hypen. Das Teil ist für einen Entwickler - der nicht zum Apple-Fanboy-Lager gehört - schon eine geile Sache zum Herumspielen. Ich geb's ja zu, der Gedanke mit dem Ding herum zu spielen und ein Apps rauszuhauen würde mich auch sehr reizen.

Viel besorgniserregender als die euphorischen Entwickler (mea culpa ...) ist meiner Meinung nach allerdings die unreflektierte Herangehensweise der Medien. Es gibt ja kritische Stimmen. Die werden allerdings immer nach dem selben Muster abgeschmettert: Steinzeitlich, rückständig, technologiefeindlich, die Gesellschaft muss sich an die Technologie anpassen[sic!], etc.

Evgeny Morozov hat das in seinem letzten Buch deutlich besser analysiert als ich das hier in ein paar Absätzen könnte. Der haut sehr wortgewaltig auf den aktuellen Nerd-Kult drauf. Wenn man gern Polemik liest macht das Buch sogar Spaß. Ich kann mich zwar auch nicht allem anschließen was er schreibt aber hat mit vielem recht.
Tags: argument

March 30 2013

schlingel
Ach, das Predigen stört mich nicht. Ich wünschte jeder, der nicht meiner Meinung ist würde die seine in so höfflichem aber bestimmten Ton argumentieren.

Self tracking ist ja momentan ein großes Thema (siehe zB. hier oder hier) und es gibt viele, die das leidentschaftlich machen. Ich persönlich bin da nicht rein gekommen, mir wäre das zu mühsam und zugegeben, da wäre so eine Sensorik schon sehr praktisch.

Allerdings sehe ich bei diesem Ding mehrere Probleme:
  • Der "Träger" kann es nicht deaktivieren wann er möchte.
  • Das Auslesen passiert ohne explizite Zustimmung des Trägers.
  • In der Natur der Sache liegt auch, dass es nicht transparent ist welche Daten getracked werden.

Das wären alles keine Probleme, könnte man Konzernen vertrauen. Tue ich allerdings nicht.

Die Missbrauchmöglichkeiten sind leider relativ groß. Vor allem wenn man in die Versicherungswirtschaft hinüber lugt.

Dass Daten nichts furchterregendes sind ist relativ. Es gibt andere Gesellschaftsformen - allerdings sind mir da nur Urvölker bekannt - denen das Konzept von Privatsphäre vollends fremd ist.

Allerdings leben wir nicht in so einer Gesellschaft weswegen doch viele Menschen sich nach einer intimen Privatsphäre sehnen. Und das ist auch ihr gutes Recht.

ZB. letzten Sommer als der GIS Hack passierte, wurde klar, dass hier absolut unbekümmert mit Daten umgegangen wurde. GIS meldete das Datenleck erst nachdem ihnen ein Ultimatum gesetzt wurde - obwohl hier auch Bankdaten kopiert wurden.

Ich fühlte mich damals bestätigt. Und ich war ziemlich angepisst weil meine Daten auch enthalten waren. Worauf ich zum Anwalt lief (der mir nicht helfen konnte) und alle Ö. Parteien kontaktierte ob man das nicht als Anlass nehmen sollte, das aktuelle DSG zu ändern, denn es ist zu zahnlos.

Das Resultat war, dass ich nur hoffen kann, dass die EU ihre Novelle durch bekommt.

Aber wie immer bei solchen Diskussionen sollte man nicht vergessen, dass es wichtig ist was die nervenden, warnenden Stimmen bezwecken wollen: Einen reflektierten Zugang zum Thema.

Technologie aufhalten ist IMO unmöglich, Menschen darauf aufmerksam zu machen bewusst damit umzugehen allerdings nicht.

Tags: argument

February 09 2013

schlingel
Stimmt. 

Das bedenkliche an sich ist ja auch nicht der Geheimdienst für sich genommen. Dass es in dessen Interesse ist, so viel Information so einfach wie möglich zu bekommen steht außer Frage.

Nur ist so ein Vorstoß der Ausdehnung der militärischen Überwachung der Zivilbevölkerung im Anbetracht dessen die Infanterie - also die Soldaten die für die tatsächliche Landesverteidigung verwendet werden würden (Im Moment hauptsächlich Milizionäre und GWDs) - durch Berufssoldaten auszutauschen ein bedrohlicher Gedanke.

Insbesondere, da dies Aktionen einer Armee sind, der zumeist unreflektiert zugejubelt wird wenn sie im Inneren agiert.

Ist schon gut so, dass weiterhin die Mehrzahl der ÖBH-Soldaten aus der Österreichischen Zivilbevölkerung kommen und nicht Tag für Tag Gehorsam als Kadersoldaten üben. Vor allem wenn man bedenkt wie versucht wurde dieses Gesetz durch zu bringen - so versteckt im Bündel mit einem Haufen anderer Gesetze ...
Tags: argument

February 03 2013

schlingel

Die Mathematik als Königin der Wissenschaften soll dazu dienen die Wirklichkeit zu beschreiben. Als solche fasst sie mit logischen Schlüssen die wahr genommene Welt als Abfolgen von Zahlen unter bestimmten Gesetzmäßigkeiten zusammen.

(Natürlich nicht nur. Die Mathematik lässt sich kaum so geißeln wie etwa die Physik.)

Eine Frage die mich seit ein paar Tagen seltsam vom Lernen abhält ist die, ob sich formal zeigen lässt, dass die Mathematik daher die falsche Grundlage für das Finden von korrekten Modellen der Umwelt ist.

Ein guter Hebelpunkt wäre hier der Unvollständigkeitssatz von Gödel. Doch dazu müsste man folgende Dinge zeigen:

  1. Die Umwelt ist ein formales System.
  2. Die Umwelt ist ein widerspruchsfreies System.

An diesen zwei Kleinigkeiten dürfte meine Idee wohl scheitern. Ist aber interessant zu spekulieren welche Konsequenzen sich dafür für das Streben der Wissenschaften ableiten lassen könnte.

Interessant ist auch, wenn man sich etwas mit den Kernbegriffen der Gödel'schen Theorie auseinandersetzt, wie schwammig manche Begriffe umrissen sein können.

So hat z.B. Frege der Arithmetik bzw. der Zahl ein ganzes Buch gewidmet um heraus zu finden, was denn nun eine Zahl ist.

Tags: argument
Reposted byp85602mydafsoup-01

January 29 2013

schlingel
Viel Blabla und kaum Inhalt - zudem die Wehrpflicht, so unangenehm sie für den Einzelnen auch sein kann, wehrpolitisch die vernünftigere Option war (IMO). 

Wenn jetzt noch das umgesetzt wird was Entacher vorschlägt, ist das ÖBH nicht mal so schlecht aufgestellt. 

Dass der NATO hinter her geweint wird, vor allem von linker Seite (da fuq?) verstehe ich gleich doppelt nicht: Die Verpflichtung Krieg führen zu müssen mit der Gegenleistung Kriegsgerät zu bekommen klingt - zumindest für meine Ohren - kaum attraktiv.
Warum das gerade in Zeiten wo immer wieder Kriegsherde in Afrika (Tschad, jetzt Mali) aufflammen, etwas gutes ist, sei auch dahingestellt. Aja, die ganzen Konflikte die, die Medien nicht beachten seien nur so nebenbei erwähnt.

PS: Das was die ÖVP hier fordert - mit Ausnahme der Reduktion der Systemerhalter - ist bereits implementiert und wird umgesetzt. War schon bei meiner Musterung 2004 so und bei meinem ET in 2007 war's noch immer so.
Tags: argument

September 15 2012

schlingel

Die Doppelmoral in Europa - Meinungsfreiheit Ja, Religionskritik Nein

Die Presse fährt heute einen Frontalangriff gegen die Doppelmoral mancher Europäer und gegen die Dummheit von Islamisten, die meinen sie müssten Botschaften anzünden und das dort wohnhafte Personal ermorden.

Gut so! Plakativ machen sie mit dem Artikel „Was wir über Mohammed sagen dürfen“ auf. Provokativ, aber der folgende Text schießt sich keines Falls auf den Islam ein. Viel mehr attackiert er die Unwissenheit und so manche Vorurteile wie z.B. das, dass man Mohammed gar nicht darstellen dürfe – stimmt nicht! Um dann weiter zu gehen und den Schundfilm „The Innonence of Muslims“ kurz zu erklären.

Denn die Stümper, die sich hier vor einer Greenbox zu Affen machten, wussten gar nicht, dass dieser Film Mohammed darstellen soll. Viel mehr sei es eine schlechte Variante von des Leben des Brian, allerdings mit den Moslems als Ziel anstatt den Christen.

Wirklich interessant wird es aber als Barroso, der EU-Kommissionspräsident, sein Fett weg bekommt. Denn am einen Tag die Redefreiheit hoch zu halten im Falle von Pussy Riot und am nächsten Tag den Film zu verurteilen grenzt an einen Wendehals sondergleichen. (Man darf hier auch nicht vergessen, dass Pussy Riot wegen Verletzung religiöser Gefühle eingefahren sind.)

Am schlimmsten wird es, wenn doch tatsächlich behauptet wird, dass der Film in der selben Liga wie die Ermordung der Botschaftsangestellten liegt. Die Presse prügelt hier zu recht auf die Kollegen bei der Süddeutschen Zeitung ein, die folgendes absonderten: „Es ist müßig, hier nach Tätern und Opfern zu unterscheiden. Diesmal ging die Provokation von amerikanischen Extremisten aus, islamistische Fanatiker haben sie angenommen und nicht minder radikal zurückgezahlt.“

Die Frechheit muss eine Zeitung erst mal haben und einen Satz so formulieren, dass die Ermordung von Menschen gerade noch auf die selbe Ebene stellt wie das Drehen eines schlechten Propagandafilms.

Tags: argument
Reposted bySpinNE555krannix
schlingel
2 Monate sind auf eine Krankengeschichte gesehen aber eine sehr kurze Zeit.

Man stelle sich vor, ein jeder Arzt würde manisch depressive Menschen die wegen Selbstgefährdung eingeliefert wurden, bereits nach 2 Monaten wieder nach Hause schicken. O-Ton "Jetzt stellen Sie sich nicht so an, jetzt ist's ja eh wieder gegangen, oder?"

Dies zeigt aber schön wie man seine Abneigung in einem knackigen Text artikulieren kann und durch bloßes Auslassen von Fakten ein Bild von Dilettantismus und Unvermögen konstruiert.

Ich bin selbst kein Fan von dieser Wissenschaft, weil sie mit viel zu viel Unbekannten arbeiten muss, aber dieser Text ist noch fragwürdiger.


Tags: argument

July 08 2012

schlingel
Im Moment steckt freie Software nach Stallman harte Schläge ein - im Vergleich zur aufblühenden Open Source Software.

Persönliche Freiheit, so wie es Stallman vorlebt und vor allem auch predigt, wird im Moment vom Smartphone-Markt in arge Bedrängnis gebracht.

iOS, Android (obwohl Open Source) und bald auch Windows 8 für Smart Phones sind darauf ausgelegt, den Benutzer in jeder Hinsicht zu überwachen und bringen von Haus aus eine Vielzahl an in's System integrierte Möglichkeiten mit nach Hause zu telefonieren. 
In der Hinsicht ist Kryptographie zwar eine Möglichkeit die Symptome des kulturellen Durchbruchs zu lindern allerdings ist es bereits zu spät - die akzeptierte Überwachung durch Privatunternehmen ist in der breiten Bevölkerung angekommen. 

Wie immer waren in der Hinsicht die Amerikaner schneller aber das mittlerweile die meisten Android-Geräten in Europa ungerooted fröhlich vor sich hin überwachen - und meins ist keine Ausnahme davon! - spricht dafür, dass die Leute kurzfristig auf alle Fälle das akzeptieren werden.

Wohlgemerkt, das ist ein kultureller Einschlag, kein technologischer. Kryptographie und die Möglichkeit sein System relativ sicher zu gestalten gibt es schon lang, es geht den Leuten nur am Arsch vorbei. 
Menschen sind viel weniger ideologisch gesteuert als Idealisten lieb wäre. Anwender und Konsumenten wollen nur angenehm das tun was sie tun wollten. 
Wenn Sie Musik sofort und in enormer Anzahl über einen Dienst wie Spotify bekommen, warum den Aufwand treiben einen Torrent für die Diskographie suchen? Den CDs hat ja der Mehraufwand das Genick gebrochen. So wie ich das sehe, war der überteuerte Preis nur für die Taschengeldbezieher ein Problem, jemand mit einem halbwegs vernünftigen Einkommen stört sich daran nicht. Allerdings die ganzen Nachteile die eine legal erworbene CD mit sich bringt ... Ironischerweise haben die Idioten der Plattenlabels diesen Effekt im verzweifelten Strampeln gegen die Veränderung nur noch beschleunigt durch CDs die nicht überall abspielbar sind, CDs deren Lieder man nur schwer auf seinen MP3-Player kriegt, etc. 
TL;DR: Rechte interessieren die breite Masse nicht, wenn eine Lösung gefunden wird die angenehmer ist als seinen P2P-Client zu starten wird die gewinnen. Das heißt noch lange nicht, dass die Rechte der Labels und Künstler dadurch ins Nirvana geschoben werden.

Was Rootkits angeht traue ich mich keine Vorhersage mache, da ich davon zu wenig Ahnung habe. Ich glaube aber, dass Unternehmen es so rechtlich schwer haben und deswegen wohl mehr nur auf die starke politische Lobbing-Arbeit setzen.

Was den Bundestrojaner angeht ist die Lage schwer einzuschätzen. Das ist im Anbetracht der deutschen Traumata mit Stasi und davor Gestapo ein Kuriosum was möglicherweise von der nächsten rot/grünen/linken Regierung abgesägt wird.  (Man bedenke, dass die Feuerwehr und Rettung ohne gerichtlichen Beschluss Telefone orten darf, die Polizei aber nicht und das wegen gemachter Erfahrungen.)

Zusammenfassung:
Schlupflöcher, Mupflöcher - Was einfacher und angenehmer funktioniert wird gewinnen, glaube ich, und nicht was "freier" ist.
Tags: argument

July 07 2012

schlingel
ob acta in de und at wirklich keinen effekt hätte bezweifle ich

Das habe ich nie behauptet ;-) Wie gesagt, die Auswirkungen, dass Zivilrecht staatlich durchgesetzt werden sollte wäre die einzige Veränderung. Die anderen Regelungen die in vielen EU-Staaten das Gesetz schärfer machen, basieren ja auf so strengen Gesetzen wie bei uns. Wobei das deutsche Recht noch härter - vor allem was Downloader angeht - angreift als das österreichische. Allerdings wäre der Eingriff dass der Staat die Rechte der so genannten Rechteverwerter durchsetzt enorm.

Ich erwarte mir ehrlich gesagt auf jeden Fall mittelfristig viel Erfolg für immaterielles Güterrecht. Wie's in 50 Jahren ausschaut weiß ich nicht, aber ansonsten wird's noch eine große Rolle spielen.
Tags: argument
schlingel
Ist ja auch eine Kolumne, da muss argumentativ so viel Gehalt drinnen sein wie in einem x-beliebigen Soup-Post.

Und wie gesagt, als Deutscher oder Österreicher fehlt auch überhaupt nichts ohne ACTA; die Gesetze schreiben eh schon alles vor.

Prinzipiell bin ich ja ein großer Freund von der Harmonisierung der Gesetze innerhalb der EU. Und immaterielles Güterrecht hat seine Berechtigung, über die Ausgestaltung lässt sich nur vortrefflich streiten. 
Tags: argument

July 06 2012

schlingel
Entweder gar nichts, denn viele Journalisten sind ja der Meinung, dass das Urheberrecht viel zu lasch ist. (Lustigerweise würde ACTA das Urheberrecht in Ländern wie Deutschland oder Österreich ja nicht schärfer machen sondern nur das unverhältnismässige Instrument hinzufügen, dass der Staat Zivilrecht durchsetzen muss.)

Oder ein paar Anzeigen, das übliche halt. Erst neulich in der Presse war ja zu lesen wie toll Kapitalismus ist und warum es jetzt allen besser geht deswegen. Da war die Sachlage irgendwie eindeutiger.
Tags: argument

January 21 2012

schlingel

Nimmst du mir den Müll, nehm ich dir das Auto

In meinem Heimatort, einer kleinen Stadt kurz vor Wien, gab es in den letzten Wochen einige Vorfälle dich sich wohl am besten mit dem Wort Zwangsenteignung beschreiben lassen.

Wie es z.B. in der kleinen ATV "Reportage" Sperrmülljäger gezeigt wird, ist es in Niederösterreich und im Burgeland üblich, das Einzelpersonen aus dem umliegenden Ausland in Österreich Sperrmüll abholen um diesen teilweise der Rohstoffpreise wegen und teilweise repariert zu verkaufen.

Irgendwann in der zweiten Hälfte der 90iger gab es in meinem Heimatort eine Umfrage ob die Leute lieber zwei Termine im Jahr hätten an denen der Sperrmüll abgeholt wurde (was gerade für neugierige Kinder ein Paradies war - hey, gratis Zeug und Entdeckungsdrang nachgehen) oder ob der ganze "Müll" (alte Möbel, Elektrogeräte, Waschmaschinen, Bauschutt, etc.) jederzeit gratis abgeliefert werden können sollte. 

Bei dieser Abstimmung entschied sich die Mehrhet für die zweite Option da so gerade im Falle von Gartenarbeiten oder Arbeiten am Haus der Müll schnell beseitigt werden konnte.

Es fuhren die ungarischen Besucher weiterhin durch die Ortschaften und fragten weiter rum wem sie den Abtransport des Mülls abnehmen sollten. 

Eine Gruppe von solchen Ungarn wartete immer vor dem Altstoffsammelzentrum des AWS in meinem Ort um Leute die ihren Sperrmüll ablieferten das eine oder andere brauchbare Teil auszuladen.

Für die (meisten) Bewohner der Ortschaften brachte das Vorteile, wenn sie bereits zuhause besucht wurden sparten sie sich den kompletten Abtransport, im Falle der friedlichen "Wegelagerer" vor dem ASZ zumindest das Ausladen.

Wer sich die ATV Reportage zu Gemüte führt, wird gleich sehen, das es sich bei den Sammlern keinesfalls um Kriminelle handelt (auch wenn ein paar "Gfraster" darunter sind, die mit genommene Gegenstände irgendwo am Straßenrand wieder liegen lassen) sondern um einfache Menschen die sich damit ihren Unterhalt verdienen wollen. 

Dass eine solche Tätigkeit nicht zu prächtigem Reichtum führt leuchtet wohl schnell ein. Immerhin ist man den ganzen Tag auf den Beinen um Gegenstände zu finden die für Flohmarktpreise wieder an den Mann gebracht werden können.

Genau diesen Leuten hetzte die AWS die Polizei auf den Hals. Sie fühlte sich nämlich um ihren "Müll" betrogen. Die Sammler ließen sich von der Polizei nicht wegweisen und kamen immer wieder - denn sie standen ja auch nicht im Altstoffsammelzentrum sondern nur davor. Was sollte daran schon verwerflich sein? Immerhin ließen sie sich nur Mist schenken der sowieso entsorgt werden sollte.

Doch die AWS fühlte sich in ihrem Mistmonopol so bedroht, dass sie immer und immer die Polizei rief bis diese kurzerhand die Fahrzeuge der ungarischen Mülljäger beschlagnahmten. 

Diese konnten zwar ausgelöst werden, allerdings nicht gratis. Meines Wissens beliefen sich die Kosten für das Auslösen in diesem Fall auf 1.600€. Eine Summe die sich die Sammler nicht leisten konnten. 

Also wurden ihre zwei Fahrzeuge versteigert - ohne der Zustimmung der Fahrzeughalter und ohne diesen das Geld zukommen zu lassen.

Jetzt frage ich mich warum denn diese Win-Win-Situation zerstört werden musste? Bekommt die AWS pro Tonne Müll Geld? Der Verdacht drängt sich auf wenn harmlose Sammler ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden.

Tags: argument
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December 29 2011

schlingel
Wow - ich merke da sind viele starke Emotionen und viel Unwissen dabei.

Nicht böse gemeint, aber Kant war sicher kein Theologe. Im Gegenteil, Kants Äußerungen bezogen sich darauf, dass Gott keine real existierende übermenschliche Figur ist, sondern dass er gedacht existiert und so bei einigen Menschen Moral erzwingt. Quasi als Hirngespinst.

Den "Seelenmatsch" ist der nächste Blödsinn. Kant geht darauf ein, wo die Grenzen der menschlichen Erkenntnis sind um diese vollkommen auszuschöpfen.

Eines der großen Kernthemen der Idealisten ist immer wie der Mensch zum objektiven Betrachter wird und die Rolle als Subjekt der am Prozess des Festlegens von mehr oder weniger demokratisch erreichten intersubjektiven Übereinkünfte die wir als Wissenschaft begreifen verlassen kann. (Vergleiche dazu auch die Werke von Nietzsche, Schopenhauer, Hegel, etc.)
Kants Schluss ist allerdings, dass der menschliche Geist immer Grenzen besitzt und dementsprechend nicht in das absolute Objektive vordringen kann. 

Das ist ein essentieller Beitrag zur Wissenschaftstheorie wie es es eben nur die Philosophie leisten kann.

Das Thema mit dem freien Willen ist ein schwieriges. Wobei die Erklärungen mehr Sinn machen als z.B. die behavoristischen. (Ein äußerst beschränktes Weltbild über das sich die Positivisten wieder ausschweigen ...)
Aber ich will hier gar nicht abschweifen sondern auf die Gehirnforschung verweisen.
Mir wurde einmal gesagt, das Liberts Thesen schon widerlegt seien und es Literatur dazu gibt - allerdings wurde mir keine genannt auf Bitte danach - und dass der freie Wille bereits widerlegt ist.
Dementsprechend bricht schon mal dieses Konstrukt zusammen. Aber alleine dieser Fakt macht es umso wichtiger, dass man sich mit den Grenzen der eigenen Erkenntnis weiter beschäftigt.

Womit wir wieder bei den Idealisten sind.
Tags: argument
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