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schlingel

Du bist nicht der erste, der meint die eigene Generation habe dem Irrationalen gegenüber dem Rationalen zu viel Raum gegeben. Wenn Stephan Hicks mit der Grundthese seines Buchs Explaining Postmodernism (apl) Recht hat, dann geht das in einer Linie bis zu Immanuel Kant zurück.

Diese Philosophen bleiben allerdings nicht unwidersprochen und so wiederholt sich alle paar Jahrzehnte ein Zyklus in dem Materialisten gegen die noch absurdere Hypersubjektivität anderer Philosophen anlaufen.

Aktuell scheinen wir wieder am Beginn einer solchen Auseinandersetzung zu stehen, was insofern positiv ist, als dass es bedeutet, dass wir eine Rolle dabei spielen können und gleichzeitig die intellektuellen Vorreiter zeitnah lesen können und sie auch noch direkt befragen können.

Angeregt durch die Reflektion im Artikel über die Rechten, begreife ich erst jetzt, dass es diesen Zyklus gab und gibt und wie meine Reise darin begann. Als ich 16 war, mehr aus Langeweile denn was anderem, habe ich mein erstes Philosophiebuch gelesen.

Es war von Bertrand Russel und heißt Probleme der Philosophie (apl). Im Endeffekt war Russel als Positivist und Materalist bemüht, Ideale mit dem Wahrnehmbaren in Einklang zu bringen.

Da ich als nächstes Sekundärliteratur über Kants 3 Kritiken (apl) las, fand ich dessen Philosophie, die, die Endlichkeit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit und Vernuft enthielt, schlüssiger. Auch wenn mir bis heute die Vorstellung, dass Moral aus Vernunft erwächst, nicht einleuchtet. Ich glaube zB. das der Spruch "Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus […​"] zutrifft.

Was mir allerdings immer fremd war, waren Texte von Philosophen wie Adorno oder seinen Vorgängern. Im Endeffekt köchelte deren Argument immer auf diffusen Schwachsinn zusammen - jedenfalls so wie ich es interpretierte.

Da war ich nicht der einzige. Bereits vor meiner Geburt gab’s da eine neue Strömung von Materialisten in den USA die für eine absolute Objektivität und gegen Kants bis hin zu Adornos Thesen ankämpften. Ayn Rand hatte es mit ihrem bombastischen Werk Atlas Shrugged(apl) geschafft, enorme Aufmerksamkeit in den amerikanischen Medien zu erreichen und ihre Philosophie der Moralität des materialistischen Egoismus publik zu machen. Es mag holzschnittartige Charaktere enthalten, aber eine Wirkung hatte das Buch dennoch auf mich.

So wie Hicks gelesen habe hat er schon recht. 2015 habe ich das erste Mal einen wirklich erschreckenden Artikel im Standard zum Thema Gender-Studies auf der Uni gelesen. Ich habe ihn auch auf der Suppe verlinkt und dann in einem Post ausgeführt was mich daran so stört.

Philosophen, Professoren, Politikautoren, Journalisten und Comedians wie Jordan Peterson, Yaroon Broock, Ben Shapiro oder auch Dave Rubin haben alle auf ihre Weise verschiedene Kanäle geöffnet um gegen den irrationalen Wahnsinn anzukämpfen.

Spannend dabei ist, dass Protagonisten wie Peterson weit weg von Materialismus sind. Sie kommen aus ganz anderen Gründen wie zB. Broock zu ihrer Feindschaft mit Identity-Politics und ähnlichen Auswüchsen.

TL;DR: Ja, wir sind über's Ziel hinaus. Dekadent ist, anzunehmen, die eigene Warhnehmung und Interpretation ist den Fakten überlegen.

Disclaimer: Die Bücher die ich angesprochen habe, habe ich gleich noch als Amazon-Partnerlinks eingefügt. Sie sind mit (apl) gekennzeichnet. Ändert nichts am Inhalt, aber wenn die Bücher euch gefallen und ihr sie bestellt bekomme ich ein paar Euro.

Tags: argument

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Schweinderl