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schlingel

TL;DR: Ich bin völlig anderer Meinung wegen einer Vielzahl an Gründen. Weder die Grundannahmen, noch die Schlüsse kann ich auch nur ansatzweise mitgehen.

Der Unternehmer und sein Risiko

Die ganze Argumentation rund um das "Kapital" und den Kapitalisten fußt auf einer IMHO naiven Ansicht. Es ist eben nicht so, dass das notwendige Kapital zur Wertschöpfung am Strand angeschwemmt wird oder vom Baum fällt und per Gewalt verteidigt wird.

Der Kapitalist bzw. der Unternehmer hat die Aufgabe viele Bereiche des Betriebs aufzubauen und am Laufen zu halten. Die Ansicht, dass Wertschöpfung aus dem Dualismus zwischen Kapital und Arbeit entsteht, ist in der Praxis einfach falsch.

Ein Unternehmen besteht aus vielen Bereichen und der Bereich in dem die "Arbeit" passiert ist nur ein Bereich von vielen. Unternehmen müssen:

  • Strategisch und langfristig planen und das Unternehmen ausrichten.
  • Finanzierung heranschaffen
  • Vertriebskanäle erschließen und für Absatz der Waren sorgen
  • Produkte und Dienstleistungen weiter- oder neu entwickeln
  • Fertigung bzw. Herstellung der Dienstleistung oder Produkt (Arbeit)
  • Führung der verschiedenen Unternehmensbereiche im Tagesgeschäft

Fakt ist, der einzige Dualismus den es hier gibt, besteht in der Preisentwicklung der Arbeit. Diese wird durch den Arbeitsmarkt bzw. die suchenden Arbeitgeber und durch die suchenden Arbeitnehmer bestimmt.

Das Risiko des Arbeitnehmers ist ungleich geringer als das Risiko des Arbeitgebers. Das Initialinvestment in einen Arbeiter beträgt ca. 2.000€ mit Lohnnebenkosten und der Annahme, dass man es min. 2 Wochen probiert bevor man sich dezidiert für bzw. gegen ihn entscheidet.

Im Gegensatz dazu hat ein Arbeitnehmer keinerlei Verpflichtungen gegenüber Kreditgebern. Konkurrenzdruck gibt es in der Form anderer Arbeitnehmer. Das gilt für Angestellte ungleich mehr - btw.

Das heißt, anstatt Gewalt setzt der Unternehmer persönliches Risiko zur Kapitalbildung ein.

Der Kreditgeber und sein Risiko

Wieso haben Shareholder ein vitales Interesse daran, überproportional an der Wertschöpfung beteiligt zu werden? Die kurze Erklärung dafür ist: Weil sie überproportional viel Risiko daran tragen.

Wenn das Unternehmen bankrott geht, bedeutet das automatisch, dass das volle Investment des Shareholders bzw. Anteilhabers wertlos geworden ist. Denn bekanntlich ist 0 geteilt durch einen beliebigen Divisor wieder nur 0. Dementsprechend müssen die selbstverständlich nach einer vorzeitigen Ausschüttung streben um mögilchst schnell in die Gewinnzone mit ihrem Investment zu kommen.

Der Arbeitnehmer und sein Beitrag

Das mag sich jetzt für den einen oder anderen so angehört haben, als hätte der Arbeitnehmer bzw. der Arbeiter überhaupt keinen Anteil am Unternehmenserfolg. Das ist natürlich völliger Käse. Das stimmt nicht.

Fakt ist allerdings, Arbeitnehmer sind völlig austauschbar. Wenn ein Betrieb sich von Einzelnen abhängig macht, hat die Führung versagt. Und genau das gleiche gilt für die Beziehung zwischen Arbeitnehmer und seinem aktuellem Betrieb. Findet er etwas besseres bzw. wird er gekündigt, gibt es andere Betriebe in die er aufgenommen werden kann.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl