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schlingel

Nimmst du mir den Müll, nehm ich dir das Auto

In meinem Heimatort, einer kleinen Stadt kurz vor Wien, gab es in den letzten Wochen einige Vorfälle dich sich wohl am besten mit dem Wort Zwangsenteignung beschreiben lassen.

Wie es z.B. in der kleinen ATV "Reportage" Sperrmülljäger gezeigt wird, ist es in Niederösterreich und im Burgeland üblich, das Einzelpersonen aus dem umliegenden Ausland in Österreich Sperrmüll abholen um diesen teilweise der Rohstoffpreise wegen und teilweise repariert zu verkaufen.

Irgendwann in der zweiten Hälfte der 90iger gab es in meinem Heimatort eine Umfrage ob die Leute lieber zwei Termine im Jahr hätten an denen der Sperrmüll abgeholt wurde (was gerade für neugierige Kinder ein Paradies war - hey, gratis Zeug und Entdeckungsdrang nachgehen) oder ob der ganze "Müll" (alte Möbel, Elektrogeräte, Waschmaschinen, Bauschutt, etc.) jederzeit gratis abgeliefert werden können sollte. 

Bei dieser Abstimmung entschied sich die Mehrhet für die zweite Option da so gerade im Falle von Gartenarbeiten oder Arbeiten am Haus der Müll schnell beseitigt werden konnte.

Es fuhren die ungarischen Besucher weiterhin durch die Ortschaften und fragten weiter rum wem sie den Abtransport des Mülls abnehmen sollten. 

Eine Gruppe von solchen Ungarn wartete immer vor dem Altstoffsammelzentrum des AWS in meinem Ort um Leute die ihren Sperrmüll ablieferten das eine oder andere brauchbare Teil auszuladen.

Für die (meisten) Bewohner der Ortschaften brachte das Vorteile, wenn sie bereits zuhause besucht wurden sparten sie sich den kompletten Abtransport, im Falle der friedlichen "Wegelagerer" vor dem ASZ zumindest das Ausladen.

Wer sich die ATV Reportage zu Gemüte führt, wird gleich sehen, das es sich bei den Sammlern keinesfalls um Kriminelle handelt (auch wenn ein paar "Gfraster" darunter sind, die mit genommene Gegenstände irgendwo am Straßenrand wieder liegen lassen) sondern um einfache Menschen die sich damit ihren Unterhalt verdienen wollen. 

Dass eine solche Tätigkeit nicht zu prächtigem Reichtum führt leuchtet wohl schnell ein. Immerhin ist man den ganzen Tag auf den Beinen um Gegenstände zu finden die für Flohmarktpreise wieder an den Mann gebracht werden können.

Genau diesen Leuten hetzte die AWS die Polizei auf den Hals. Sie fühlte sich nämlich um ihren "Müll" betrogen. Die Sammler ließen sich von der Polizei nicht wegweisen und kamen immer wieder - denn sie standen ja auch nicht im Altstoffsammelzentrum sondern nur davor. Was sollte daran schon verwerflich sein? Immerhin ließen sie sich nur Mist schenken der sowieso entsorgt werden sollte.

Doch die AWS fühlte sich in ihrem Mistmonopol so bedroht, dass sie immer und immer die Polizei rief bis diese kurzerhand die Fahrzeuge der ungarischen Mülljäger beschlagnahmten. 

Diese konnten zwar ausgelöst werden, allerdings nicht gratis. Meines Wissens beliefen sich die Kosten für das Auslösen in diesem Fall auf 1.600€. Eine Summe die sich die Sammler nicht leisten konnten. 

Also wurden ihre zwei Fahrzeuge versteigert - ohne der Zustimmung der Fahrzeughalter und ohne diesen das Geld zukommen zu lassen.

Jetzt frage ich mich warum denn diese Win-Win-Situation zerstört werden musste? Bekommt die AWS pro Tonne Müll Geld? Der Verdacht drängt sich auf wenn harmlose Sammler ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden.

Tags: argument
Reposted bysofias02mydafsoup-01datenwolfcoloredgrayscalebrightbyteyaccinpaket

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Schweinderl